10 Leitlinien der Tourismusentwicklung

Die folgenden Leitlinien sollen die Grundlage für die zukünftige strategische Ausrichtung des Tourismusstandortes Schwerin sein. Diese basieren auf der Situationsanalyse, den touristischen Rahmenbedingungen, der SWOT-Analyse zu den touristischen Indikatoren und Zielgruppen bzw. deren Ableitungen sowie den Bewertungen der spezifisch untersuchten Handlungsfelder.


I. Bedeutungszuwachs des Wirtschaftsfaktors Tourismus

Die SWOT-Analyse ergab, dass dem Wirtschaftsfaktor Tourismus innerhalb Schwerins eine zu geringe Wertschätzung beigemessen wird. Die Wertschöpfungsanalyse zum Tourismus zeigt jedoch, dass der Wirtschaftszweig für die Landeshauptstadt Schwerin und die Region bereits heute eine hohe Bedeutung besitzt. Daher sollte der Tourismus eine zentrale Stellung einnehmen und bei kommunalen und regionalen Planungen fokussiert werden.

II. Steigerung der touristischen Nachfrage

Die Wertschöpfungsanalyse zum Wirtschaftsfaktor Tourismus zeigt auf, welche Chancen im Tourismus für die Landeshauptstadt liegen. Mit einer Umsetzung der aufgezeigten Maßnahmen und einer Orientierung an den strategischen Zielen ist eine Steigerung der touristischen Nachfrage um mindestens 15 % realistisch. Die Zielerreichung sollte in einem Zeitraum von fünf bis acht Jahren realisiert werden. In Anlehnung an die Wertschöpfungsanalyse können Großprojekte wie „Weltkulturerbe“ auch zu größere Steigerungen führen.

III. Touristische Angebotsvielfalt beibehalten und touristische Infrastruktur ausbauen

Schwerin verfügt über eine breite Palette an touristischen Angeboten. Hier gilt es, entsprechend den Schweriner Kernzielgruppen gezielt Akzente zur Angebotsergänzung zu setzen, indem für Schwerin spezifische Angebote als individuelle Markenzeichen (USP) geschaffen werden. Darüber hinaus müssen die touristischen Angebote gezielt miteinander vernetzt und vermarktet werden. Der Ausbau und die Erhaltung der touristischen Infrastruktur sind dafür erforderlich.

IV. Klare touristische Profilierung und Positionierung

Ziele für Städte- und Kulturtouristen gibt es in Deutschland viele. Um als Top-Destination eingestuft zu werden, ist ein hoher Bekanntheitsgrad entscheidend. Hierfür ist eine klare Positionierung über eine touristische Marke „Schwerin“ erforderlich. Darüber hinaus gilt es, auch innerhalb des Stadtgebietes eine stärkere Profilierung vorzunehmen und unterschiedliche Facetten herauszuarbeiten. Ein weiterer Bedarf besteht bei der Entwicklung einer einheitlichen Marke „Schweriner Seenlandschaft“ mit einer klaren touristischen Positionierung des Wasserreviers.

V. Steigerung der touristischen Erlebbarkeit der Destination

Der Tourist möchte bei seinem Aufenthalt authentische Besonderheiten, am liebsten Einzigartigkeiten vorfinden. Schwerin verfügt über zahlreiche Qualitäten, die richtig in Szene gesetzt werden müssen. Die Erlebbarkeit muss durch Infrastrukturentwicklungen, Vernetzung und Angebotsgestaltung (Service und Eventisierung), speziell im Hinblick auf Schweriner Kern-Zielgruppen (Städte-, Kultur-, Event-, Bustouristen, …) verbessert werden.

VI. Tourismusfreundliche Entwicklung durch Erhöhung der Service– und Komfortqualität

Bei einer tourismusfreundlichen Destination steht der Service– und Komfortgedanke (Convenience) im Mittelpunkt. Mit Maßnahmen zur Barrierefreiheit, zur Internationalität im Service, zum Leitsystem und zur Nutzung von neuen Medien etc. wird dem Gast sein Aufenthalt erleichtert und gezeigt, dass er in Schwerin willkommen ist. Maßnahmen, die eine tourismusfreundliche Entwicklung Schwerins im Fokus haben, sollten eine Priorisierung genießen.

VII. Qualitätsstandards verbessern und qualitative Stärken ausbauen

Der Qualitätsanspruch des Gastes ist hoch. Das Thema Qualitätssicherung sowie Qualitätssteigerung  nimmt deshalb in sehr vielen touristischen Bereichen eine zentrale Rolle ein. Bei infra- und angebotsstrukturellen Maßnahmen ist die Qualität stets vor Quantität zu setzen, um hohen Maßstäben gerecht zu werden. Gleichzeitig sind städtebauliche Qualitätsmaßnahmen zur Aufwertung des Tourismusstandortes grundlegend für eine positive Entwicklung.

VIII. Klare Zielgruppenorientierung durch Konzentration auf Schweriner Kernzielgruppen und Zielgruppen mit hohem Ausbaupotenzial

Öffentliche Mittel sind knapp. Durch den gezielten Einsatz kann der Nutzen für den Tourismusstandort maximiert werden. Als Leitlinie sollte eine Konzentration auf die Schweriner Kernzielgruppen erfolgen. Des Weiteren sollten Maßnahmen und Vermarktungsansätze greifen, die die Entwicklung von Zielgruppen befördern, die in Schwerin ein besonderes Ausbaupotenzial aufweisen.

IX. Abgestimmtes Innen– und Außenmarketing für den Tourismusstandort

Gesteuerte Marketingkooperationen und eine abgestimmte einheitliche Kommunikation der lokalen und regionalen Marketingakteure sind für einen erfolgreichen Tourismusstandort Schwerin eine wichtige Basis, die in Teilen auszubauen bzw. zu verstetigen ist. Für die Abstimmung ist die Einrichtung einer Kommunikationsschnittstelle ein wesentlicher Aspekt. Neben einer Vermarktung des Tourismusstandortes sind Imageentwicklung und –pflege zentrale Themen im Off– und Online-Bereich.

X. Weiterentwicklung von Tourismusarbeit, Ausbau mit Fokussierung der finanziellen  Ressourcen

Erfolgreiche Strategien und Events haben in den letzten Jahren touristische Impulse gesetzt. Beispielsweise wurde durch die BUGA 2009, die Veranstaltungen des Kultur– und Gartensommers oder die Schlossfestspiele der Bekanntheitsgrad des Städte- und Kulturreiseziels Schwerin in den letzten Jahren gesteigert. Dennoch muss die Tourismusarbeit weiter ausgebaut werden. Dabei ist eine Bündelung der finanziellen Ressourcen auf Basis des Markenprofils und der Kernzielgruppen grundlegend.